Sonntag, 29. März 2015

The Rum Cask Jamaica Rum from Hampden 16 YO (1998 - 2015), 64,3% vol.

Liebe Rum-Gemeinde,

nachdem ich euch letzte Woche den ersten zweier neu erscheinenden Jamaica Rums bei The Rum Cask vorgestellt habe, einen 9 jährigen Worthy Park aus 2005 in Fassstärke, folgt heute der zweite. Dass es sich bei diesem um einen Hampden Rum handeln würde hatte ich ja bereits durchblicken lassen, ansonsten hielt ich mich mit Informationen allerdings bedeckt. Bis jetzt ;) 

Wie ihr der Überschrift bereits entnehmen konntet, handelt es sich bei der Neuerscheinung um einen Hampden Rum in nicht mehr ganz jungem Alter und in Fassstärke. Letztere ist bei Hampden in meinen Augen das Sahnehäubchen, welches Rums speziell dieser Destillerie immer noch eine Sphäre höher trägt. 
Das Batch aus dem Jahr 1998 ist ein bisher nahezu unbekanntes. Einzig Alambic Classic führt ebenfalls einen Rum dieses Batches, allerdings nur mit 45% vol., was bei Hampden leider immer eine spürbar angezogene Handbremse bedeutet. 
Das Auftauchen dieses neuen Jahrgangs von Hampden ist insofern ungewöhnlich, als dass aus dem zwei Jahre jüngeren Jahrgang 2000 seit inzwischen sieben Jahren schon unzählige Fässer am Markt aufgetaucht sind. Aus 1998 ist hingegen bisher nichts erschienen, zumindest von keinem der ca. 30 bekannten Jamaica Rum abfüllenden unabhängigen Abfüller. Die beiden Abfüllungen von Alambic und nun von The Rum Cask sind mit 16 Jahren also die jüngsten bekannten Rums dieses Batches, während es aus anderen Jahrgängen auch bereits sehr junge Rums mit unter 10 Jahren Reife gegeben hat. Weshalb das so ist, wieso die Fässer nicht früher in die Flaschen gelangten kann ich nicht sagen. Nun aber ist dieses Batch auf 200 Flaschen verteilt verfügbar und ich werde es mir einmal näher ansehen.

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Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum from Hampden 16 YO (1998 - 2015), 64,3% vol.


Preis: 0,5 Liter des 16 jährigen Hampden werden im The Rum Cask Shop 49,90 Euro kosten.  

Alter: der Rum wurde 1998 destilliert und Anfang 2015 abgefüllt. Damit ist er volle 16 Jahre alt. 

Alkoholstärke: 64,3% vol. misst der Rum. Das bedeutet die volle Fassstärke. 

Destillationsverfahren: it's Hampden. It's Pot Still ;)

Farbe: ein satter Goldton, heller Bernstein.

Viskosität: weite, unregelmäßige, dünne, allerdings fetter werdende, Schlieren, der Rum beißt sich am Glas fest, stark ölige Viskosität. 

Nase: Woah! This! Is! Hampden! Nicht mal mit stark verschnupfter Nase bestünden hier ernsthafte Zweifel was sich im Glas vor mir befindet, ein Ester-Monster vor dem Herrn. Er hat nicht ganz so viele davon wie das 1990er Batch, aber an das legendäre 1992er Batch schließt er nahtlos an. Das dürfte definitiv ein Continental Flavoured Rum sein, also ein Rum des Marks HLCF. 
Die Nase ist wahnsinnig voll, ich habe dazu noch viel gegrillte Ananas, natürlich Banane, eine leichte Zitrusnote und etwas, was irgendwie erdig anmutet. Dazu kommt eine schöne Note vom Holz, die sehr harmonisch eingebunden ist. Hammer!

Gaumen: wie immer bei Hampden stellt sich erstmal dieses Zaubertrank-Feeling ein. Der Rum ist sehr mundfüllend und reichhaltig, ölig-cremig, zu Beginn leicht brennend, dann milder werdend. Heavy Bodied. Eine erdige Komponente ist da, aber auch der aus Hampden bekannte Obstkorb, in dem sich vor allem Bananen und Ananas befinden. Der Einfluss vom Holz ist da, aber nicht dominant, sondern schön eingebunden. Tolle Ballance! Würzig. Voller Power. 

Abgang: gewohnt lang, esterig und intensiv. Neverending Story. 

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Fazit: In ya Face! Dieser Rum und diese Destillerie ist einmal mehr der blanke Wahnsinn! Hampden in Bestform zu einem Best-Preis. Auf 0,7 Liter umgerechnet wäre man hier ganz leicht unter 70 Euro. Das sind Preise, von denen man sich eigentlich schon vor ein paar Jahren verabschiedet hatte. Was kann man also falsch machen? Nichts, mit Ausnahme eines zu lange anhaltenden Zögerns beim Bestellen eventuell. Denn die Rum Gemeinde hat sich stark vergrößert. 200 Flaschen zu einem so guten Preis sind eine echte Limitierung und ich wage die Prognose, dass dieser Rum, dieser Kracher, nicht so arg lang am Markt verfügbar sein wird. Klare Kaufempfehlung. Recommended by Barrel Aged Thoughts. 
Und wieder gilt auch hier: wir sind ein unabhängiger und unbestechlicher Blog, der die Herausstellung maximaler Qualität zum Ziel hat. Daher war uns die Wahrung unserer Unabhängigkeit bei diesem Projekt ein großes Anliegen und wir freuen uns sagen zu können, dass wir den Rum nicht deshalb empfehlen, weil unser Name mit auf dem Etikett steht, sondern, dass unser Name auf dem Label steht, weil wir den Rum abgefüllt sehen wollten und ihn empfehlen. Und wir danken dem Team von The Rum Cask an dieser Stelle für das in uns gesetzte Vertrauen!

So. Ist das jetzt das Ende? Natürlich nicht! Denn wer mich kennt, der weiß natürlich, dass ich nicht widerstehen konnte und den Rum natürlich auch in meinem Lieblingsdrink, dem Mai Tai, ausprobieren musste ;)


Mai Tai mit The Rum Cask Jamaica Rum from Hampden 16 YO:

Mai Tai mit The Rum Cask Hampden 16 YO (1998 - 2015)
Farblich steht ein Mai Tai vor mir, wie ich ihn schon unzählige Male im Glas hatte. Milchig, leicht grünlich von der Limette, leicht gelb vom Rum, dem Curacao (Pierre Ferrand Orange Curacao) und vom Orgeat (Meneau) und vor allem aber sehr hell. 
Geschmacklich erlebe ich dagegen außergewöhnliches. Nicht, weil ich noch nie so einen guten Mai Tai gehabt hätte, das kann man wirklich nicht sagen, dafür hatte ich einfach schon alle bekannten Jamaica-Referenzen in diesem Drink um da ein Alleinstellungsmerkmal zu erlangen, aber weil er sich eben auch nicht schlechter macht, als einige außergewöhnlich gute Rums vor ihm, die man allerdings schon lange nicht mehr kaufen kann. Das macht ihn vermutlich zum derzeit besten, verfügbaren Kandidaten für diesen Drink. Und für welchen Preis nochmal? Bingo! 
Der Rum drückt dem Mai Tai seinen Stempel auf, so wie man das von einem guten Hampden erwartet. Gleichzeitig kommen die anderen Zutaten aber immer noch durch und setzen ihn so in Szene. Ich spiele häufig mit diesem Bild, ich weiß, aber es beschreibt für mich einfach am besten, was in diesem Drink geschieht mit diesem Rum und diesen erstklassigen Begleitern. 
Trotz der Fassstärke sind auch größere Schlücke möglich, ohne, dass einen der Alkohol dabei völlig erschlägt. Der Drink verwässert wenig, was aber auch kein Problem darstellt, da er das Schmelzwasser bei gutem Mischungsverhältnis nicht so sehr nötig hat. Dadurch bleibt der tolle Geschmack lange erhalten und verlangt keinen allzu kurzen Genuss. 

Fazit: auch wer einen Rum für den Mai Tai sucht und auf den puren Genuss eher zweitrangig guckt, der sollte sich den TRC Hampden 16 YO einmal genauer ansehen. Günstiger bekommt man derzeit definitiv keinen vergleichbaren oder besseren Rum für diesen Drink und auch wer bereit ist mehr Geld in die Hand zu nehmen wird lange suchen müssen um einen besseren Kandidaten zu finden. Dann wird es aber schon mindestens dreistellig und das ganze dürfte auf eine Sammlerflasche längst vergangener Tage hinauslaufen. Ob dieser Rum dann besser ist? Vielleicht etwas exklusiver, aber besser? Ich habe starke Zweifel. Denn der vor mir stehende Mai Tai ist einfach unfassbar auf den Punkt und erhält damit die vollen 10 Punkte von mir. Die haben vor ihm nur der LPS Long Pond 2nd Release, der Duncan Taylor Hampden 1990 und der Cadenhead's IRW 18 YO erhalten. Keiner dieser Rums ist noch verfügbar. Daher auch hier: uneingeschränkte Kaufempfehlung! 

Mit besten Grüße und einen schönen Sonntag,
Flo

Sonntag, 22. März 2015

The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park 9 YO (2005 - 2015), 57,5% vol.


(the English part is just below, just skip the German part) 

Liebe Rum-Gemeinde,

wie bereits am 1. März in einem kleinen Teaser angekündigt, stehen zwei neue Jamaica Rums des unabhängigen Abfüllers "The Rum Cask" in den Startlöchern. Dass es sich dabei um einen Rum aus Hampden und einen aus Worthy Park handeln würde hatte ich schon verraten, mehr allerdings noch nicht; Zeit also, den ersten Vorhang zu öffnen! Zunächst wird es heute um den neuen Worthy Park gehen, der Hampden folgt dann nächstes Wochenende. 

Da das 2005er Worthy Park Batch noch weitestgehend unbekannt ist, war ich im Vorfeld sehr gespannt auf den Rum. Inwieweit würde er sich vom 2009er Batch unterscheiden, was macht die längere Reifezeit aus und wo liegen generelle Unterschiede zu anderen Jamaicanern? 
Gleichzeitig war das 2005er Batch aber auch das allererste, welches seit der Wiedereröffnung der Destillerie 2005 existierte. Dieses ist also gewissermaßen der Ur-Rum der neuen Destillerie. Leider ist nicht bekannt, ob er in Jamaica oder kontinental reifen durfte.
Der Rum wurde, wie schon einige vor ihm, in einer Zusammenarbeit zwischen The Rum Cask und Barrel Aged Thougths ausgewählt. The Rum Cask ist es dann glücklicherweise auch tatsächlich gelungen einen Teil dieses Batches zu bekommen und den Rum schließlich auf 200 Flaschen á 0,5 Liter abzufüllen. Das Ergebnis gibt es nun hier. 





Verkostung des The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park 9 YO (2005 - 2015), 57,5% vol.:

Preis: 39,90 Euro wird eine Flasche á 0,5 Liter im The Rum Cask Shop kosten. 

Alter: der Rum lagerte zwischen 2005 und Anfang 2015 im Fass und ist somit 9 volle Jahre alt.

Alkoholstärke: Die ausgewiesene Stärke des Rums beträgt 57,5% vol., was der Fassstärke entspricht.

Destillationsverfahren: der Rum wurde in einer Pot Still der Destillerie Worthy Park gebrannt. 

Farbe: sehr intensives, leuchtendes Gold

Viskosität: sehr fetter Rum, seine Schlieren kleben förmlich an der Glaswand fest. 

Nase: schöne volle Nase, keinerlei alkoholische Schärfe. Sofort an den 4 Jahre alten Bruder des 2009er Batches erinnernd, allerdings wesentlich reifer. Dass der Rum mehr als doppelt so alt ist fällt sofort auf, die zusätzlichen 5 Jahre machen sich extrem bemerkbar. Bedenkt man allerdings, dass der Rum erst 9 Jahre alt ist und u.U. sogar kontinental gereift wurde, dann ist diese Reife schon sehr bemerkenswert. Das hatte ich im Vorfeld nicht erwartet und hier weist der Rum wiederum Parallelen zu seinem Bruder auf, denn auch dieser überraschte ja schon mit einer für 4 Jahre sehr außergewöhnlichen Reife. 
Mir kommen Bananenchips und Bananenkompott entgegen, gepaart mit Anis und leicht grasigen, vegetalen Komponenten. Eine schöne Note vom Holz und eine natürliche Süße runden das Gesamtbild der Nase ab. 

Gaumen: leichtes Brennen zu Beginn, frisch abgetrenntes Holz, etwas likörartige Süße und sehr mundfüllend und ölig-cremig. Danach kommt die volle Dröhnung Anis, die sich mit dem Holz toll ergänzt. Die Fruchtigkeit aus der Nase ist verschwunden und weicht den vegetalen und würzigen Eindrücken. 

Abgang: lang und trocken, frisches Holz und Anis verbleiben. 

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Fazit: ein nicht ganz gewöhnlicher Jamaica Rum. Für sein Alter ist er unfassbar reif, komplex und vor allem leicht zugänglich, rund. Ich habe nicht das Gefühl, ein nur halb reifes Destillat vor mir zu haben. Vom 4 YO, der letztes Jahr bei The Rum Cask unter dem Recommended by Barrel Aged Thougths Logo erschien, ist er meilenweit entfernt. Das hier ist kein Mixing Rum mehr. Er erinnerte in Teilen, vor allem im Abgang, sogar an Port Mourant aus Guyana und gefiel mir einfach ausgesprochen gut. Von mir gibt es an dieser Stelle daher also eine klare Empfehlung, insbesondere auch im Hinblick auf den Preis. Dieser ist ein Kracher und alles andere als selbstverständlich im High Quality Bereich der unabhängigen Abfüller. Ich bin schwer begeistert!.
Ein letztes Wort, welches ich so aus dem ersten Recommended by Barrel Aged Thougths Artikel übernehme: wir sind ein unabhängiger und unbestechlicher Blog, der die Herausstellung maximaler Qualität zum Ziel hat. Daher war uns die Wahrung unserer Unabhängigkeit bei diesem Projekt ein großes Anliegen und wir freuen uns sagen zu können, dass wir den Rum nicht deshalb empfehlen, weil unser Name mit auf dem Etikett steht, sondern, dass unser Name auf dem Label steht, weil wir den Rum abgefüllt sehen wollten und ihn empfehlen. Und wir danken dem Team von The Rum Cask an dieser Stelle für das in uns gesetzte Vertrauen!



Bis nächsten Sonntag,
Flo

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Dear rum community,

as announced in a little teaser on March 1st, two new Jamaica rums of the independent bottler "The Rum Cask" are on its way to hit the market. I already leaked to you, that it will be one rum from the Hampden distillery and the other one comes from the Worthy Park distillery. But that was it. Time to shed some light on this! At first I would like to review the rum from Worthy Park. The rum from the Hampden distillery will follow on the next weekend. 

Since the 2005's Worthy Park batch is still largely unknown, I was very excited before I got my hands on this rum. To what extent it would differ from the 2009 batch? How great would be the differences between a young and an older rum from Worthy Park, considering the longer maturation period and where are general differences to other Jamaican styles? At the same time the 2005 batch but was also the very first, which existed since the reopening of the distillery in 2005. This is so to speak the original rum of the new distillery. I do not know if this rum has been fully matured in Jamaica or in Europe are if there was a maturation in both places.

Like a few other rums before this rum represents a collaboration between The Rum Cask and Barrel Aged Thougths. The people behind The Rum Cask were finally able to get some of this batch. There will be 200 bottles with 0,5l. The result of this bottling lies actually before me.



Tasting The Rum Cask Jamaica Rum from Worthy Park 9 YO (2005 - 2015), 57,5% abv:

Price: The price for a 0,5l bottle will be € 39.90 at TheRumCask-Store (TheWhiskyCask)

Age: The Rum matured between 2005 and early 2015. The rum is thus at least 9 years old. Thats also the official age on the label.

ABV: The bottled strength of this rum is 57.5%abv. This should be the full cask-strength.

Process of distillation: The rum was distilled in a pot still at the Worthy Park distillery.

Colour: The rum shines in a very intense and brilliant gold in the glass.

Viscosity: The rum is very fat and oily. The streaks are sticking sold to the glass wall and are leaving an oily film on the wall.

Nose: Beautiful full nose. There is no alcoholic sharpness. Immediately I am reminded of the 4 YO younger rum from 2009. This one is much more mature. It is immediately apparent that is rum as more mature than twice the age of the younger version. It is extremely noticeable. This maturity is very remarkable, Considering that the rum is, however, only 9 years old and was possibly even matured Continental. I did not expect this, but this full maturity that is beyond the imprinted age on the label is another thing it has in common with the younger rum. The 4 YO had also a great maturity, which was very unusual for this age. I am reminded of banana chips and banana compote, coupled with anise and slightly grassy, vegetal components. A nice touch of wood and a natural sweetness are rounding up the nose.

Palate: There is a slight burning sensation at the beginning. Freshly detached wood, some mouth-filling liqueur-like sweetness. It is very oily and creamy. This is followed by a full shot of anise, which combines great with the wood. The fruitiness of the nose is gone and instead you have the vegetal and spicy impressions.

Finish: The Finish is long and dry. Fresh wood and anise are remaining in the mouth.


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Conclusion: This is not an ordinary Jamaica rum. Considering his age he is incredibly mature, complex, round and above all easily accessible. I do not feel to have a half-ready distillate in my glass. He is miles away from the 4 YO, published last year under the Recommended of the Barrel Aged Thougths logo. This is not a mixing rum anymore. He is reminding me in parts, especially in the finish, of Port Mourant-style from Guyana and I simply liked the rum very much. I give this rum a clear buy recommendation.Specially when you take a close look at the price for the offered quality.  This is a very good rum with a high quality. Other bottlers would have made a higher pirce. I must confest I'm impressed about the price policy of The Rum Cask.

One last word, which I assume so from the first Recommended by Barrel Aged Thougths article: we are an independent and incorruptible blog that has the aim of maximum quality. Therefore we safeguard our independence in this project was a major concern and we are pleased to say, that we do not recommend the rum because our name is on the label, but that our name is on the label because we recommend to bottle the rum. And we thank the team of “The Rum Cask” at this point for the trust placed in us! 



Until next Sunday,

Flo

Sonntag, 8. März 2015

The Rum Swedes Diamond Distillery (Port Mourant) 2002 11YO

(the English version is below ; just skip the German part) 

Wieder einmal Servus und Hallo auf B.A.T.!

Wieder einmal möchte ich einen Rum aus Guyana vorstellen. Von diesem Abfüller hatte ich bisher nicht viele Rums. Allerdings hatte er auch bisher noch nicht viele Rum-Abfüllungen in seiner Geschichte. Die Rede ist vom TheRumSwedes Diamond Distillery (Port Mourant) 2002 11YO.

Zur Abfüllung: 

Quelle: masterofmalt.com
Hinter dieser Abfüllung steckt also der schwedische Abfüller „The Rum Swedes“ (Svenska Eldvatten). Zu diesem Abfüller habe ich bereits bei meinem Review des TheRumSwedes Barbados WIRD (Rockley) 11 YO einige Sätze geschrieben. Dies ist mein dritter Rum der Serie. Der zweite Rum war der TheRumSwedes Diamond Distillery 2003 10 YO. Besonders der Rum aus Barbados war ein richtig guter Rum, hatte aber leider einen sehr hohen Preis, bedingt durch die schwedischen Steuern und den Export ins Ausland. MastersofMalt.com ist dort der einzige Anbieter in UK, welcher diese Rums außerhalb Schwedens anbietet. In Frankreich ist es mit Excellencerhum.com ein weiterer Anbieter der seit mindestens letzten Jahres diese Rums auch in seinem Sortiment führt. Aber auch dort sind die Preise recht gesalzen. Der Grund hierfür ist derselbe, wie bei MastersofMalt.com. Dieser Rum aus Schweden wurde in der Port Mourant Double Vat Still destilliert. Diese soll angeblich bis auf das Jahr 1732 zurückzuführen sein. Auf welche Quellen sich Ddl bezieht ist mir leider nicht bekannt, aber das Port Mourant Anwesen ist definitiv nicht so alt, wie ich bereits ausführlich in meinem Artikel zu den Destillerien in Guyana geschrieben und auch bewiesen habe. Diese Abfüllung ist ein neuer Jahrgang der Port Mourant Still nach der Verlagerung zur Diamond Distillery im Jahre 2000 mit der Schließung der Uitvlugt Distillery. Nur noch Rum-Fässer verblieben dort in einer Art Warenlager, oder besser gesagt, dem vermutlich ehemaligen Lagerhaus der Uitvlugt Distillery.
Was sagt uns der Jahrgang? Es gab den Mezan Diamond Distillery aus 2002 und ist eventuell aus demselben Batch und dürfte somit auch aus dieser Still stammen. Auch der Silver Seal Diamond Distillery 2002 11 YO (2002 – 2014) (50%) kommt aus diesem Batch. Bisher gibt es nach meinem Kenntnisstand nur diese drei Abfüllungen aus diesem noch relativ jungen Jahrgang. Ob es noch weitere Rums aus 2002 geben wird muss die Zeit zeigen. Auch im Jahre 2003 wurden Fässer mit Rum aus Port Mourant gekauft. Wie groß die Vorräte in UK oder Europa sind und ob sie dem Bedarf in den nächsten Jahren auch gerecht werden, bleibt noch abzuwarten. Aber die bloße Tatsache, das die Anzahl der Abfüllungen in den letzten Jahren gestiegen ist, lässt mich an potenzielle alte Rums aus diesen Jahrgängen zweifeln. Entweder ein Käufer wird diese mit voller Absicht aus diesem Grund zur Seite legen, was aber eigentlich für viele Jahre gebundenes Kapital wäre, oder, die wahrscheinlichste Variante, es wird verkauft was da ist und auch auf den Markt geworfen. Vielleicht liege ich ja auch einfach falsch und in 10 Jahren wird es einen an die 20 Jahre alten Rum aus diesen beiden Jahrgängen (2002 & 2003) aus dieser Still geben. Wer weiß. Diese Abfüllung aus Schweden umfasste 245 Flaschen und entsprang dem Fass #6. Damit veröffentlichte The Rum Swedes insgesamt bisher 6 Rum-Abfüllungen (1xBarbados, 2xTrinidad, 2xGuyana und 1xJamaica). Zumindest kenne ich nur diese sechs Stück. Eine „Eintagsfliege“ im Rum-Business? Warten wir mal ab was die Zukunft noch so mit sich bringt. ;) 

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Verkostung The Rum Swedes Diamond Distillery (Port Mourant) 2002 11YO:

Preis: Der Preis rangiert von 109 – 118€ für eine 0,7l Flasche. Mit einem schwächeren Euro dürfte der Preis vielleicht noch ein wenig weiter steigen.

Alter: Ein offizielles Alter ist mir nicht bekannt. Der Rum dürfte aber 11 Jahre alt sein.

Alkoholstärke: Die Abfüllung wurde mit 61,0%vol abgefüllt. Dies dürfte noch die volle Fassstärke sein. Nicht viele Abfüller wagen eine solche Trinkstärke. Hier ziehe ich meinen Hut vor den Schweden für diese Entscheidung.

Destillationsverfahren: Die Port Mourant Double Wooden Pot Still (Vat Still). Diese Information ist auf dem Label angegeben.

Farbe: Der Rum erstrahlt in einem blassen Goldton. Ein wenig intensiver wie Weißwein. Für 11 Jahre war das Fass wohl nicht mehr sehr aktiv, aber immer noch aktiver als andere Abfüllungen.

Viskosität: Dünne Schlieren formen sich an der Glaswand und auch vereinzelte Perlen, welche an der Glaswand haften bleiben. Die Öligkeit ist zwar vorhanden, ich bleibe allerdings noch etwas skeptisch.

Nase: Ich ließ den Rum für mehr als eine halbe Stunde lang im Glas atmen. Ich rieche die für Port Mourant berühmten Anisaromen, garniert von einer wunderschönen Fruchtigkeit und eine dezenten Süße. Ich rieche Mangos, Papayas und auch einen schwachen Hauch von Birnen. Außerdem rieche ich eine ganz ganz minimal esterhaltige Nuance im Glas. Durchsetzt wird die Frucht von zurückhaltenden Eichenaromen vom Fass und Gewürzen, wie z.B. Nelken. Der Alkohol brennt angenehm sehr tief in der Nase und ist für meine Verhältnisse überhaupt nicht dominant ausgeprägt. Da hatte ich schon wesentlich rauere Rums im Glas. Lassen sie sich aber bitte hiervon nicht täuschen. Der Rum hat schließlich 61%vol(!). Der sonst auch übliche schwarze Tee ist fast gar nicht vorhanden und eher zurückhaltend im Hintergrund des gesamten Profils. In der Nase kann dieser Rum überzeugen. Die hohe Trinkstärke dürfte allerdings viele Käufer abschrecken.

Gaumen: Der Alkohol brennt zuerst ein wenig beim ersten Schluck und nach einigen Sekunden ein wenig mehr. Die Süße ist dezent und weniger intensiv wie in der Nase, aber doch vorhanden. Ein ganz wunderbarer Einfluss der amerikanischen Weißeiche. Ich schmecke nur geringe Eichenaromen. Der Rum schmeckt ähnlich krass wie zuvor in der Nase. Die Fruchtigkeit ist sehr gut ausgeprägt und wird von den Anisaromen gut kombiniert. Wieder schmecke ich Mangos und Papayas. Auch einen ganz schwachen Hauch Birnen kann ich erkennen. Nach einigen Sekunden verliert der Rum deutlich am Kraft und der Alkohol brennt fast gar nicht mehr. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun sehr deutlich. Jetzt merkt man die 61% deutlich. Dieser Rum ist unverdünnt nichts für Anfänger. Der Speichel braucht einige Zeit bis er den Rum am Gaumen verdünnt hat und das Brennen nachgelassen hat. Nun schmecke ich auch neben dem Anis und der wunderschönen Frucht einen Hauch Tabak neben den Nelken. Der Rum hat keinerlei Bitterkeit, allerdings verblasst die Süße immer mehr je länger man den Rum im Mund zirkulieren lässt.

Abgang: Der Abgang beginnt mit einer Kombination aus Anis, Frucht und einem Hauch Tabak. Nach einiger Zeit gesellen sich Gewürze in Form von Nelken und Eichenaromen hinzu. Die Frucht bleibt sehr lange am Gaumen verweilen, aber die Mangoaromen beginnen die Papayas immer mehr zu verdrängen. Ein ganz schwacher Hauch von schwarzem Tee huscht über den Gaumen. Der Rum hat keinerlei Bitterkeit im Abgang. Der Fasseinfluss war sehr gut. 

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Fazit: Ein sehr guter Demerara Rum mit leider zwei Nachteilen. Der Erste wäre der hohe Preis. Durch die Einfuhr nach Schweden wurde die Abfüllung schon teuer. Möchte nun ein Importeur außerhalb Schwedens noch ein wenig Gewinn machen wird dieser Preis noch ein bisschen weiter nach oben geschraubt. Der zweite Nachteil wäre die hohe Trinkstärke. Während für mich diese kein Problem mehr darstellt und ich auch gern mit einer Pipette und Wasser hantiere, so gibt es doch viele Käufer dort draußen, die nicht an solche Trinkstärken gewöhnt sind und auch nicht mit Wasser verdünnen wollen oder können. Abgesehen von diesem „Gejammere“ hat der Rum eine hohe Qualität und konnte mich definitiv überzeugen. Die Reife und Geschmacksvielfalt ist definitiv in größeren Mengen in der Nase und am Gaumen vorhanden, als vergleichsweise beim Duncan Taylor Diamond Distillery (Port Mourant) 2003 10 YO (Cask 72). Zugegeben: es handelt sich hier um ein anderes Batch und einen anderen Jahrgang. Der Stil (Port Mourant) ist aber bei beiden Abfüllungen derselbe. Das Fass hatte aber den Rum nicht mehr wahnsinnig viel bei seiner Reife helfen können. Hier war der Einfluss größer. Selbst mit vier zusätzlichen Jahren wäre die Reife wohl nicht an den neuen Port Mourant Rum von Bristol Spirits Limited herangekommen, der für eine perfekte Reife früher das Fass hätte verlassen müssen. Allerdings und das muss man so auch einmal sagen, gibt es keinen perfekten Rum. Selbst wenn es ihn gebe: Was definiert ihn? Im Grund doch der jeweilige Käufer oder Connaisseur mit seiner individuellen Sichtweise und Geschmacksvorlieben selbst. Ich zum Beispiel mag einen gemäßigten bis ordentlichen Fasseinfluss im Glas. Andere Connaisseure oder Blogger dagegen nicht. Diese tendieren eher zu unreifen Rums oder, das andere Extrem, sie bevorzugen holzige Rums. Für jeden ist ein perfekter Rum jeweils etwas anderes. Aber ich denke ich schweife ab. 
Noch einmal: Die Qualität ist hoch anzusiedeln. Allerdings erschwert sein Auftritt auf den Markt sein hoher Preis und die limitierte Verfügbarkeit außerhalb Schwedens. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieser letzte Punkt dem Abfüller herzlich egal sein dürfte. Der Rum war denke ich hauptsächlich für schwedische Genießer abgefüllt worden und nicht für knausrige Deutsche oder Schotten. Mit der vergleichsweise billigeren Konkurrenz aus England wird er es ohnehin schwer haben. Zwar sind die jeweiligen Abfüllungen, die Port Morant (Mourant) Rums von John Barrett und diese Abfüllung, von der Reife und der Trinkstärke her nicht identisch, aber der Stil ist doch derselbe. Der Silver Seal Diamond Distillery 2002 11 YO mit 50% ist allerdings noch ein wenig teurer als der Schwede (und das ohne hohe Importsteuer). Ob er diesen Unterschied rechtfertigt kann ich nicht sagen, da ich ihn noch nicht im Glas hatte. Ob Sie diesen Rum aus Schweden brauchen müssen Sie wie immer selbst entscheiden. Schließlich müssen Sie für ihre Geld arbeiten. Vielleicht bei einer Flaschenteilung? Dann muss man keine ganze Flasche kaufen um feststellen zu können, ob dieser Rum etwas für den eigenen Geschmack ist oder nicht. Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag.

Marco


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Hello and welcome to B.A.T.!

Once again I would like to present a rum from Guyana. I did not have much bottlings from this IB but this seems to be fine, because this bottler had up until now not many rum bottlings released on the market. Todays review will be about the TheRumSwedes Diamond Distillery (Port Mourant) 2002 11YO.

The Bottling: 

Quelle: masterofmalt.com
Responsible” for this bottling is the Swedish bottler 'The Rum Swedes "(Svenska Eldvatten). I already did write a few lines about this bottler in my review of the TheRumSwedes Barbados (Rockley) 11 YO. This is my third rum of this bottler. The second was the Rum Distillery TheRumSwedes Diamond 2003 10 YO. Especially the rum from Barbados was a really good rum, but unfortunately had a very high price due to the Swedish taxes and the export abroad. MastersofMalt.com is the only supplier in the UK, which offers this rum outside of Sweden. In France it is Excellencerhum.com. Last year this shop also offered rum from this Swedish bottler. But the prices are a little bit... high. The reason for this is the same as in MastersofMalt.com. This rum from Sweden was distilled in the Port Mourant Double Vat Still. This still is supposed to be created along with the distillery in the year 1732. I have no idea on which sources this statement is based or on which source DDL is referring to, but the Port Mourant estate is definitely not established in the said year. I've already written about this topic in my article of the distilleries in Guyana. This bottling is a new vintage coming of Port Mourant Still, after it was moved to the Diamond distillery in 2000. In this very year the Uitvlugt Distillery was closed down for good. Only the rum barrels remained in a kind of warehouse, which seems to be the old storage of the closed Uitvlugt distillery. Everything else went to Diamond.
What does the vintage tells us? There were some other bottlings from 2002. There was the Mezan Diamond Distillery 2002. This bottling must come from the same batch as this bottling from Sweden. Also, the Silver Seal Diamond Distillery 2002 11 YO (2002-2014) (50%) comes from this batch. So far, to the best of my knowledge, there are only these three bottlings coming from this batch produced with the Port Mourant double vat still. It is a relatively new one. Only the time will show us if there are more rums from this vintage or not. Only the importer(s) will know how many they have bought in the said year. They were also some barrels with rum from the Port Mourant still purchased in 2003. The stock of this vintage is also unknown. It seems that the importer(s) are only buying on demand when there is some free room in their respective warehouse. Meaning: When the demand for barrels is low, then they are buying not much. Why should they? Only there mere fact that this demand seems to be have increased in the past few years gives hope that we might see more rums coming from this new vintages. Does this also mean we will see really old rums again like the from the vintage 1975? I doubt it. At least not unless a buyer is purchasing a few barrels for exactly this purpose. But why should a bottler do this? That would be too much money bound for a very long time and you could not get access to that money unless you want to give up this goal of creating old rums. The recent releases are hinting to an increasing and steady demand for middle-age rums. This demand will prevent the stocking of rums for this kind of purpose. Maybe I'm wrong and we all will see 20 year old rums from these new vintages. Who knows. These are just my thoughts. This bottling from Sweden consisted of 245 bottles which came from the cask #6. So far “The Rum Rum Swedes” released 6 different rum bottlings on the market (1xBarbados, 2xTrinidad, 2xGuyana and 1xJamaica). Or should I rather say: I do only know these six bottlings. Is this only a “flash in the pan” or a new rum bottler who wants to stay in the business? I guess we will have to wait and see. ;)

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Tasting The Rum Swedes Diamond Distillery (Port Mourant) 2002 11YO:

Price: The price is ranked bewteen 109 to 118 € for a 0.7l bottle. With a weaker euro the price might be higher in the future.

Age: An official age is not known to me. But the rum is likely to be 11 years old.

ABV: The rum was bottled with 61.0%abv. This is probably the full cask strength. Not many bottlers dare bottle a rum in such a drinking strength. I take my hat off for this decision.

Process of distillation: The Port Mourant double wooden pot still (vat still). This information is stated on the label.

Colour: The rum shines in a pale golden colour. A little more intense than white wine. For 11 years, the barrel was probably not very active, but still more active than other bottlings.

Viscosity: Thin streaks are forming and scattered pearls of rum stick to the glass wall. The oiliness is good, but I remain skeptical.

Nose: I let breathe the rum for more than half an hour in the glass. I smell the famous Port Mourant aniseed aromas, topped by a beautiful fruitiness and a subtle sweetness. I also smell mangoes, papayas and even a faint hint of pear. There is also a very very minimal ester-containing nuance in the glass. The fruit is interspersed with restrained oak flavors from the barrel and spices, such as cloves. The alcohol burns very pleasant deep into the nose and is not very dominant present by my standards. Since I already had much rougher rum in the glass. But please do not be fooled thereof. The rum has powerfull 61% abv (!). The usual black tea is almost non-existent and rather reserved in the background of the entire flavour-profile. The nose of the rum was very good. However, the high drinking strength is likely to deter many buyers.

Palate: The alcohol burns at first not extremely in first sip, but gains power after a few seconds. The sweetness is subtle and less intense as in the nose, but still present. A very wonderful influence of American white oak. I taste only minimal oak flavours. The Rum tastes similar as before smelled in the nose. The fruitiness is very strong and is well combined with aniseed. Again I taste mangos and papayas. There is also a faint hint of pears. After a few further seconds the rum clearly has lost a lot of his power and the alcohol burns is almost "gentle" on the palate. However, with the second sip the rum rushes in with full force. Now you clearly notice the 61%abv. This rum is undiluted not for beginners. The saliva needs some time until it has diluted the rum on the palate to ease the burning sensation of the alcohol. Now I recognize a hint of tobacco in addition to the cloves. The rum has no bitterness at all, but the sweetness fades more and more out the longer you circulate the rum in your mouth.

Finish: The finish starts with a combination of anise, fruit and a hint of tobacco. After some time, oak flavors and spices are joining in the form of clove. The fruit lingers on and on, but the mango flavours begin to push away the papayas. A very faint hint of black tea is rushing over the palate. The rum has also no bitterness in the finish. The barrel influence was very good. 

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Conclusion: A very good Demerara rum with, unfortunately, two disadvantages. The first one would be the high price. Due to the entry into Sweden the bottling was already very expensive. A potential importer outside of Sweden, which do want to make a little money, will also pu a fair share on the price. The second one is, as odd as it may sound coming out of my mouth, the drinking strength. While i like to work with water and a pipette, there are many buyers out there who are not accustomed to such drinking strengths and do not want to dilute with water. Apart from this "whining" the Rum has a high quality and did convince me. The maturity and flavour variety is definitely present in large quantities in the nose and on the palate compared with the Duncan Taylor Diamond Distillery (Port Mourant) 2003 10 YO (Cask 72). Admittedly, these are from different batches and vintages. But the style (Port Mourant) of the two bottlings is the same. The barrel influence differed also. The DT was not improved much by the barrel while this one from Sweden had a greater influence. Even with four additional years the maturity of this bottling would still not be on the same level as the new bottling from Bristol Spirits Limited. But the new PM bottling from John Barrett was also not a perfect rum and should have left the bottling a few years earlier. However, a perfect rum does not exist. Anyway, what defines a perfect rum? That depends on the respective buyer or connoisseur with its own individual ideals for a rum and his/hers taste preferences. Every person has its "own" definition of a perfect rum. But I think I digress from the topic. 
Again, the quality of this bottling is high. However, his start on the market was not a easy one because of its high price and limited availability outside of Sweden. Anyway, I get the impression that the bottler won't give a damn to the last point (availability). The rums were bottled for Swedish lovers and not for stingy German or Scots. With the comparatively cheaper competition from England it will be difficult anyway. Although the respective bottlings with Port Morant (Mourant) on the label bottled by John Barrett are not identical in terms of maturity and drinking strength, but the style is still the same. The Silver Seal Diamond Distillery 2002 11 YO 50%, however, is a little more expensive than the Swede (and without the high import tax). Whether he justifies this difference or not I can not say because I have not had it in the glass. The decision of buying this rum from Sweden is your own choice, as always. Because it is you who has to work for the needed money. Perhaps a bottle sharing? Then you would not need to buy a whole bottle in order to determine whether this rum suits your taste or not. I wish you all a nice Sunday. 

Marco

PS I am currently working on translating some older reviews. I know that they are not “hot and new” anymore but for the sake of Information I want to spare you guys the use of the Google-Translator. I know that it sucks badly and the results are... quite funny and are sometimes not really representing my opinion correctly. But it will need some time. Just stay tuned guys.

Sonntag, 1. März 2015

Jamaican Invasion by The Rum Cask: Coming soon and Recommended by BAT

Schon als Sample genial: zwei äußerst hochklassige Fullproof-Jamaicaner aus Hampden und Worthy Park aus bisher unbekannten Batches.
Fantastic samples: two delicious Fullproof-Jamaicans from Hampden and Worthy Park Estate, taken from unknown batches so far.

Sonntag, 22. Februar 2015

Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 15 YO

(the English version is below ; just skip the German part) 

Wieder einmal willkommen auf B.A.T.

Wieder einmal (wer hätte es gedacht) möchte ich einen Demerara vorstellen. Es handelt sich um eine brandneue Abfüllung, die noch nicht sehr weit verbreitet ist. Sie kommt von Bristol Spirits Limited. Es ist der Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 15 YO. Dieser Jahrgang sollte jedem Liebhaber von Demerara Rums mittlerweile bekannt sein.

Zur Abfüllung & Allgemeines: 

Seine „Vorgänger“ waren der Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 11 YO und der Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 14YO. Beide mit Port Finish. Ersterer wurde 2010 und Letzterer 2013 abgefüllt. Ob diese Abfüllung den Rum aus 2013 ersetzen soll, oder lediglich eine Erweiterung des Portfolios von Bristol Spirits Limited darstellt, ist mir leider nicht bekannt. Der Jahrgang 1999 wurde bereits von A.D. Rattray und Plantation abgefüllt. Viel dürfte dieser Jahrgang vielleicht nicht mehr hergeben. Warum? Plantation stieg schon auf den nächsten Jahrgang um und dieser Abfüller hat mit seinen gesüßten Rums ein breiteres Publikum als richtige Unabhängige Abfüller, die ihren Rums nichts hinzufügen um sie verträglicher zu gestalten. Diesen ungeschriebenen Kodex hat Plantation Rum gebrochen und deswegen fällt er für mich auch aus dieser Kategorie heraus. Mit diesem breiteren Publikum hat Plantation Rum also einen größeren Absatz als andere UAs. Wenn dieser Abfüller also schon umgestiegen ist, dann dürfte 1999 nicht mehr wahnsinnig viel hergeben. Natürlich ist dies nur eine Spekulation meinerseits. Der nächste große Jahrgang aus der Port Mourant Still könnte 2002 sein oder werden. Mezan und TheRumSwedes füllten Rums aus diesem Jahr ab. Auch 2003 scheint Rums aus dieser Still hervorgebracht zu haben. Duncan Taylor und Renegade Rum Company füllten hiervon Rums ab. Allerdings war der Duncan Taylor mehr eine schwächere Version von Port Mourant und überzeugte mich nicht richtig. Es gibt auch noch zwei weitere Jahrgänge in der Pipeline, über die ich aber bisher nur wenig bis nichts weiß und deswegen werde ich sie hier auch nicht erwähnen.

Alle diese genannten Jahrgänge stammen nach 2000, dem Jahr der Schließung der Uitvlugt Distillery. Ein Käufer konnte sich bei Pot Still und Uitvlugt Distillery immer sicher sein, dass es Port Mourant war. Oder etwas präziser ausgedrückt: Der Rum kam aus dieser Still. Mit der Schließung von Enmore und Uitvlugt und der Konzentrierung auf die Diamond Distillery ist diese Gewissheit zwar nicht ganz verschwunden, da die Versailles Still keine Rums mehr für diesen Bulk-Handel herstellt, aber einfacher wird es die Suche nach geeigneten Fässern dennoch nicht gestalten. Es hat den Anschein, dass DDL keine Informationen über die Stile an die Importeure und Käufer in Europa weitergibt. Nur den Brennblasentyp. Ein Beweis oder eine Bestätigung hierfür fehlt mir allerdings noch. Theoretisch verkauft die Diamond Distillery jedes Jahr Rums im Bulk aus dieser Still. Die Frage aber ist: Welcher der Importeure und Warenlagerbesitzer kauft diese wann und legt sie beiseite um sie später den Unabhängigen Abfüllern zu verkaufen? Es dürfte nicht jedes Jahr sein. Dafür war in der Vergangenheit die Nachfrage einfach zu gering. Da sich diese Entwicklung (der Rum muss erst noch reifen / altern) noch ein wenig hinzieht, werden wir erst in einigen Jahren feststellen können, ob hier nun fast jedes Jahr oder mehr gekauft wurde.

Es gab auch noch andere Rums aus dieser Still von Bristol Spirits Limited. Es gab mindestens Rums aus den Jahrgängen 1974, 1975, 1980, 1982, 1985, 1986, 1988 und 1990. Zwischen diesem letzten Jahrgang und dieser Abfüllung liegen 9 Jahre. Zumindest bei diesem Abfüller. Aus den Jahren 1989, 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998 gab es es dennoch Rums aus dieser Still bei Unabhängigen Abfüllern zu kaufen (die 70iger habe ich hier einmal ignoriert). Dies sollte Ihnen verdeutlichen, dass es immer ein paar Jahre gab, in denen man einfach nichts kaufte, da der Bedarf nicht groß genug war. Die Diamond Distillery produzierte aber dennoch diese Rums. Es wurden nur keine beiseite gelegt oder bisher noch nicht von den Importeuren an Abfüller verkauft. Mit dem steigenden Bedarf und den daraus resultierenden Preisen könnte sich dies ändern. Ich betone noch einmal: Es könnte sich etwas ändern. Eine Garantie gibt es hierfür nicht, da Rum für viele Abfüller einfach nur ein Nebenerwerb ist und Whisky die Haupteinnahmequelle darstellt. Lassen wir uns überraschen was die nächsten Monate und Jahre passieren wird. 
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Verkostung Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 15 YO:

Preis: Der Preis rangiert zwischen 65 – 75 € pro 0,7l Flasche, je nachdem wo man diesen Rum einkauft. In Deutschland ist er noch nicht aufgetaucht, aber es dürfte wohl nicht mehr allzu lange dauern bis er auch hier einschlägt.

Alter: Der Rum besitzt ein Alter von ca. 15 Jahren. Ein offizielles Alter findet man allerdings nicht auf dem Label.

Alkoholstärke: Die reguläre Standard-Trinkstärke von 46%vol.. Nichts spektakuläres hier.

Destillationsverfahren: Inoffiziell eine Double Vat Still mit Rektifikationskolonne. Offiziell die Port Mourant Vat Still, die im Grunde genau aus dieser genannten Konstellation besteht.
 
Farbe: Der Rum erstrahlt in dunklen Bernstein mit goldenen und rötlichen Reflexen. Die sichtbare Fassreife verspricht ein interessantes Erlebnis zu werden.

Viskosität: Der Rum bildet fette Schlieren am Glasrand und kleinere Perlen bewegen sich in Slow-Motion-Manier zum Glasboden hinab. Die Zeit scheint stehen zu bleiben. Die Öligkeit ist sehr gut für 15 Jahre. Die Fassreife war sehr ordentlich.

Nase: Der Rum durfte nun an die 20 Minuten atmen. Selbst bei 46% ist die Nase sehr kompakt. Ich rieche viele Dinge auf einmal. Dominante Anisaromen, verwoben mit Eiche und einem schwachen medizinischen Hauch, entschweben dem Glas. Außerdem rieche ich eine feine fruchtige Komponente, bestehend aus überreifen Papayas, Mangos und einer minimal esterhaltigen Nuance. Diese letzte Komponente erscheint nur für sehr kurze Zeit wenn man dem Rum genug Zeit zum Atmen gibt. Die Mangos sind am ehesten zu erkennen, wenn sich die Nase langsam dem Glas annähert. Die Papaya ist am stärksten wenn man tief ins Glas eintaucht. Selbst bei „nur“ 46% ist der Alkohol frisch eingeschenkt am stärksten präsent, verliert seinen Einfluss aber nach einigen Minuten im Glas. Die Nase erinnert mich auch an schwarzen Tee. Ein sehr reifer Rum aus der Port Mourant Still. Ein ganz schwacher Hauch von Kräutern versteckt sich hinter all diesen zuvor geschilderten Gerüchen. Die Eiche dürfte einigen Connaisseuren zu heftig sein, ist für mich aber noch nicht zu extrem.

Gaumen: Der Rum ist sanft und brennt (für mich) fast gar nicht am Gaumen. Ich schmecke schwarzen Tee und wieder diese Anis-Eichen-Aromen Kombination. Nach einigen Sekunden schmecke ich auch Salz und Rauch. Dies sind für mich typische Fassaromen, welche nach einer gewissen zeit das Destillat bereichern und den Rum irgendwann dominieren und verderben. Ich schmecke zudem minimal kräuterige Anklänge. Diese sind ebenfalls vom Fass. Zu Beginn schmeckt man auch eine leichte Fruchtigkeit, die vom Fass und dem Anis der Port Mourant Still beiseite gedrängt und unterdrückt werden. Beim zweiten Schluck brennt der Alkohol nun etwas intensiver. Immer noch dominiert der schwarze Tee, Anis- und Eichenaromen. Ich schmecke nur zu Beginn eine ganz schwache Süße aus dem Weißeichenfass, die nach einigen Sekunden komplett verschwindet. Dafür schmecke ich im Austausch geballte Reife und Port Mourant. Je länger sie den Rum im Mund belassen, desto mehr gewinnt er ein ganz ganz minimal bitteres Profil. Der Rum ist nicht perfekt. Dafür war er gefühlt ein wenig zu lange im Fass. Allerdings ist er in meinen Augen besser als wenn er ein blasser Bursche gewesen wäre, wie der Duncan Taylor Diamond Distillery 2003 10 YO (Fass 72). Auch dieser Rum stammte in meinen Augen aus der Port Mourant Still, hatte aber in meinen Augen nicht genug Reife. Er war nicht schlecht, aber er war auch nicht perfekt. Je nachdem was Ihnen mehr zusagt wäre entweder dieser Rum von Bristol oder der DT eine bessere Wahl. Das müssen sie selbst entscheiden.

Abgang: Der Abgang startet wieder mit den Anis-Eichen-Aromen. Danach kommen Karamell, Toffee und Leder zum Vorschein. Kurz huschen Früchte in Form von Mangos über den Gaumen, verweilen jedoch nicht übermäßig lange. Der Abgang ist weder Süß noch bitter. Allerdings beschleicht mich langsam das Gefühl, dass ein Jahr mehr den Rum ruiniert hätte. Nach vielen Minuten fühle ich mich von den fast verblassten Aromen an ein Kaugummi aus meiner Jugendzeit erinnert. Ich kann es leider nicht besser beschreiben oder in Worte fasse. Diesen Geschmack hatte man nur dann im Mund, wenn man ihn so lange kaute, bis die Süße schon lange verschwunden war und er eigentlich fast gar keinen Geschmack mehr besaß. Strange. 
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Fazit: Greifen sie zu solange es diese Abfüllung noch für einen moderaten Preis gibt. Ich persönlich habe mich eingedeckt. Der Rest liegt bei Ihnen. Er ist wahrlich nicht perfekt und dürfte Connaisseuren nicht gefallen, die gegen zu viel Eichenaromen oder Fasseinfluss in ihrer Spirituosen sind. Ich dagegen mag einen gemäßigten Fasseinfluss und bevorzuge solche Rums gegenüber blassen Destillaten, deren Reife einfach zu gering ist und die Nase und der Gaumen im Vergleich nicht so viel Aromen zu bieten haben, wie ein Rum mit einer „ordentlichen“ Reife. Verstehen sie mich nicht falsch: Verholzte Exemplare sind für mich genauso wenig interessant. Ich bevorzuge die goldene Mitte, von denen unreife und verholzte Exemplare die beiden extremen Grenzfälle darstellen. Ein Pluspunkt dieser Abfüllung: Die gebotene Qualität. Geschmacklich spielt dieser Rum in der Liga des italienischen Abfüllers Velier mit seinen tropisch gereiften Rums. Mit dem Velier Port Mourant 1993 und 1997 hat er große Ähnlichkeit, auch wenn ihm die „Klebstoffnase“ einer Tropenlagerung fehlt und er auf 46% verdünnt wurde. Diese besondere Nase werden sie hier nicht finden. Dafür kann er auf seine eigene Art überzeugen. Ein weiterer Pluspunkt: Der Preis. Auch wenn ich vor kurzem meinen Unmut über den Preisanstieg auf Facebook kund tat, so ist dieser Abfüller aus UK immer noch günstig. Es gibt einfach keine billigere Art an Rums der Port Mourant Stil zu gelangen als über Bristol Spirits Limited. Das mag nun etwas komisch klingen, aber Mr. Barrett ist nicht mehr der Jüngste. Wenn sein Geschäft mit seinem Tod oder Ruhestand in der Zukunft verschwindet, dann weiß ich persönlich nicht, welcher Abfüller diese Lücke zu füllen vermag. Natürlich wünsche ich nicht nur aus diesem Grund Mr. Barrett ein langes Leben. Bitte nicht falsch verstehen. Aber es ist nun einmal eine Binsenweisheit, das alles ein Ende hat. Auch ein noch so tolles Dram ist irgendwann einmal für immer vorbei und alles ist ausgetrunken. Vielleicht wird die Firma weiter bestehen, vielleicht auch nicht. Ich gehe einmal vom schlimmsten Fall aus.
Bei einem Vergleich der Farbe hat dieses Exemplar in etwa dieselbe, wie der Velier Port Mourant 1997, welcher auch 15 Jahre alt ist. Der Velier ist allerdings tropisch gelagert. Das Fass dieses Rums hatte noch sehr viel Aromastoffe in sich und konnte fast denselben Einfluss auf seinen Inhalt in UK ausüben, als es beim Velier in Guyana war. Diese Abfüllung ist bei weitem nicht perfekt. Für einen perfekten Geschmack hätte in meinen Augen der Rum zwei bis drei Jahre das Fass früher verlassen müssen. Es war sehr aktiv. Schlecht ist diese Abfüllung dennoch nicht. Aber ich sage es noch einmal: Die Eiche und das Anis könnte für einige selbst mit 46% zu krass sein. Für mich ist der Fasseinfluss noch nicht zu extrem. Viel hätte denke ich allerdings nicht mehr in diesem Fass gefehlt um ihn zu ruinieren. Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag. 

Marco


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Welcome back to B.A.T. dear readers.

Once again (you may have already guessed it) I want to introduce a Demerara rum. This is a brand new bottling from Bristol Spirits Limited. It is the Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 15 YO. This vintage should be known to every lover of Demerara rums.

The bottling & general stuff: 

His "predecessors" were the Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 11 YO and the Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 14 YO. Both did have port finish. The former was bottled in 2010 and the latter in 2013. This new bottling either replaces the rum from 2013 or is merely an extension of the portfolio of Bristol Spirits Limited. The 1999 vintage was so far also been bottled by AD Rattray and Plantation. There might not be much left of it, though. Why? The bottler Plantation Rum has already switched to a new vintage. With the usage of sugar to open their rums for a wider audience this bottler has broken the unwritten code of adding nothing to a independent bottling. Thereby this bottler is not really a 'independent bottler' like the ones in the whisky business, which do not add anything to the final product. The rums do no longer represent a product of the distillery and have been altered. However, by the usage of sugar this bottler has a bigger customer base than the real independent bottlers. When this bottler is already releasing a new vintage, than the 1999 batch must have been significantly reduced in numbers. Therefore there might not be much left of it. Of course, this is just speculation on my part. The next vintage from the Port Mourant Still is 2002. Mezan and TheRumSwedes bottled rums from this year. Also, 2003 seems to have brought forth a few Port Mourant rums. Duncan Taylor and the Renegade Rum Company (which ceased its activities) did bottle rums from this 2003 vintage. However, the Duncan Taylor Diamond Distillery 2003 10 YO (Cask 71 & 72) were immature and did not really convince me. There are also two other vintages from this still beyond 2003 in the pipeline, which I unfortunately know nothing at the moment and therefore will not be mentioned here any further. 

All of these aforementioned vintages come after 2000. In this year was the closure of the Uitvlugt Distillery. A buyer could always be sure: a Pot Still rum from the Uitvlugt Distillery was made in the Port Mourant Stills. Or to put it more precisely: The Rum came from this Still. It did not identify the style. With the closure of Enmore and Uitvlugt and the concentration of all activities on the Diamond Distillery this assurance is not quite gone, because the Versailles Still makes no more rum for the bulk trade, but it is still not easy to find suitable barrels. It appears that DDL provides no further information regarding the styles to the importers and buyers in Europe. Only the type of distilling equipment is mentioned. However, I have not yet received a proof or confirmation for this yet. I have only one source and a big guess. Theoretically, the Diamond Distillery sold each year rum in the bulk of this Double Vat still. But the question is: Which and when of the importers and warehouse owner buys and stores them for a later trade with the independent bottlers? It might not be every year. For this, the demand was just too low in the past.. This development (the rum from newer vintages has yet to mature) will only be shown in a few years.

There were other rums from the Port Mourant Still bottled by Bristol Spirits Limited. There were at least rums from the vintages 1974, 1975, 1980, 1982, 1985, 1986, 1988 and 1990. Between this last year and this bottling are 9 years. At least this is the case with Bristol Spirits Limited. The following vintages have been bottled by other independent bottlers: 1989, 1991, 1992, 1993, 1995, 1997 and 1998 (the 70s ignored). This should help you to understand that there were always a few years in which no Port Mourant rums were bought for storage since the demand was not big enough to justify it. The Diamond Distillery produced this rum every year. There were either not bought for Europe or have not been released yet. This could change with the increasing demand and the resulting higher prices. I stress again: It could change. There is no guarantee for a change, since rum is only a side business and whisky remains the main income for many of the bottlers. Let's wait what will happen in the next years. 

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Tasting Bristol Classic Rum Port Morant (Mourant) 1999 15 YO:

Price: The price is ranked between 65 - € 75 per 0.7l bottle, depending on where you buy this rum. It is not yet available in Germany, but it should not take much longer before it will appear in this market.

Age: The rum has an age of about 15 years. However, an official age can not be found on the label.

ABV: The regular standard drinking strength of 46% vol .. Nothing special or fancy here.

Process of distillation: Unofficially, a double Vat Still with a rectification column. Officially, the Port Mourant Vat Still, which basically consists of this said constellation.

Colour: The Rum shines in dark amber with golden and reddish hues. The visible barrel maturation promises to be an interesting experience.

Viscosity: The rum forms bold streaks on the glass and smaller pearls are moving down in a slow motion manner. Time seems to stand still. The oiliness is very good for 15 years. The barrel maturation was very neat.

Nose: The rum was now allowed to breathe for at least 20 minutes. Even at 46%, the nose is very compact. I smell a lot of things at once. Dominant aniseed aromas interwoven with oak and a faint medical whiff, are evaporating from the glass. Also, I smell a fine fruity component consisting of over-ripe papaya, mango and a minimal ester-containing nuance. This last component appears only for a very short time if you have given the rum enough time to breathe. The mangoes are most likely to detect when the nose is moved slowly towards the glass. The papaya is strongest when you delve deep into the glass. Even with "only" 46%abv of alcohol is freshly poured into the glass the most present, but loses its influence but after a few minutes in the glass. The nose reminds me of black tea. A very mature rum from the Port Mourant Still. A very faint hint of herbs is hiding behind all those previously mentioned odors. The oak is likely to be extreme for some connoisseurs but I liked it really much.

Palate: The rum is gentle and burns (for me) almost neat on the palate. I taste black tea and this aniseseed-oak-flavour combination again. After a few seconds I even taste some salt and smoke. These are typical barrel flavours which, after a certain time, enrich the distillate and the rum eventually gets dominated by it. I also tasted minimal herbaceous traces. These are also from the barrel. At the beginning you can taste a slight fruitiness, whis is quickly pushed aside and suppressed from the oak and the anise flavour coming from the Port Mourant Still. By the second sip the alcohol now burns a little more intense. Still the black tea, anise and oak flavors are dominating. At the beginning I taste a very slight sweetness from the white oak, which completely disappears after a few seconds. For that I tasted in exchange the maturity and the flavour from Port Mourant. The longer you let the rum circulate in your mouth, the more he gains a very, very minimal bitter profile. The rum is not perfect. I'm getting the feeling, that the rum was a little bit to long in the barrel. However, the rum is better than if he had been a pale boy, like the Duncan Taylor Diamond Distillery 2003 10 YO (Cask 72), imho. This rum was also coming from the Port Mourant Still, but the maturity was almost non-existent. He was not bad, but the rum was also not perfect.

Finish: The finish starts again with the anise-oak flavours. Thereafter, caramel, toffee and leather emerge. For a hort time fruit in the form of mangoes are follwing, but do not dwell excessively long. The finish is neither sweet nor bitter. However, I slowly get the feeling that a year more in the barrel would have ruined the rum. After many minutes I am reminded of chewing gum from my youth by the almost faded out flavors. I can not better describe or summarize it in words. You had this taste only in the mouth when you chew it so long until the sweetness was long gone and he actually had almost no more flavour. Strange. 

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Conclusion: Grab it as long as this bottling is available for a moderate price. Personally, I've stocked up. The rest is up to you. He is certainly not perfect and will not be liked by many connoisseurs who are against too much oak flavors or cask influence in their spirits. I, however, like a moderate barrel influence and prefer those rum against pale distillates whose maturity is just too small and the nose and the palate compared have not as much aromas to offer as a rum with a "proper" maturity. At least for rum. When it comes to whisky I tend to the immature ones. I do not know why it is exactly the opposite there. Do not get me wrong: Too woody rums are a nightmare to me as well. I prefer the 'golden middle' of which immature and woody specimens are representing the two extreme limits. A plus point of this bottling: The quality. The taste let this rum play in the league of the Italian bottler Velier with its tropical matured rums. The Bristol has great similarities with the Velier Port Mourants from 1993 and 1997, but lacks the "glue nose" of a tropical storage and it was diluted to 46%. You will not find this nose in this rum. But he can convince his own way. Another plus: the price. Even though I recently did mention my displeasure with the price increase on Facebook, this bottling is still the cheapest source for Port Mourant rums in a very good quality. There is simply no cheaper way to get a hand on a rum from the Port Mourant style than over Bristol Spirits Limited. That may sound a bit strange, but Mr. Barrett is not the youngest anymore. When his business disappears with his death or retirement in the future, then I do not personally know which bottler may fill the gap. Of course this is not the only reason why I wish Mr. Barrett a very long life. Please do not misunderstand me. But it happens to be a truism that everything has an end. Even such a great dram is eventually emptied and gone forever. Maybe the company will still exist in the future who knows. I am expecting the worst scenario (disappearence).
When comparing the colour of this specimen then I come to the conclusion, that it has almost the same colour as the Velier Port Mourant 1997, which was also 15 YO. The Velier was however stored tropical. The barrel of this rum from Bristol was very active and had still a lot of flavours in it, which it infused into the rum by a storage in the UK, like the Velier got via tropical aging. Different barrel quality but nearly the same drink quality. The storage does matter. This bottling is far from perfect. For a perfect taste the rum should have left the barrel 2 or 3 years ago. The barrel was very active. This bottling is not bad though. But I'll say it again: The Oak and the anise may be to extreme for most of the connoisseurs, even at 46%abv. For me, the barrel influence was not too extreme. But as a buyer you have to decide for yourself in what you should invest your hard earned money. I wish you all a good Sunday and a nice weekend!

Marco