Montag, 21. Mai 2018

Foursquare RUMble II - Principia / Destino / White

Liebe Rum Gemeinde,

heute möchte ich euch dazu einladen, nach doch recht langer Zeit einmal wieder einem meiner RUMbles hier auf Barrel Aged Thoughts beizuwohnen! Das heißt, ich werde mich zu den heute vorgestellten Rums wieder eher etwas kürzer fassen als gewohnt, im Gegenzug werdet ihr dafür aber auch meine Einschätzung zu gleich drei Rums erhalten, statt wie gewohnt nur zu einem.





Was liegt heute an? 

Ich habe mich dazu entschlossen, mich zum zweiten Mal zur barbadischen Destillerie Foursquare zu begeben (alles zur ersten Reise könnt ihr hier noch einmal nachlesen). Die Destillerie Foursquare und ihre Galionsfigur, Richard Seale, der gerade auch in den sog. sozialen Netzwerken in der Vergangenheit immer wieder stark polarisierte, haben in den letzten Jahren einen steilen Aufstieg hinter sich. Während die Insel Barbados unter Nerds vor einigen Jahren noch ausschließlich durch Rockley/ WIRD besetzt war und Foursquare durch Rums wie den Doorly's XO eher ein unbeachtetes Phänomen des Massenmarktes war, so hat sich das spätestens seit Veliers 2006er Abfüllung grundlegend geändert. Welche Gründe ich dafür in der Hauptsache sehe, habe ich im oben verlinkten ersten Ausflug ausführlicher dargelegt. Innerhalb des letzten Jahres zogen dann auch der Nachfolger, der Triptych, sowie die Originalabfüllung Criterion (s. ebenfalls erstes FS-RUMble) große Aufmerksamkeit auf sich. Der Triptych hat mir dabei gut gefallen, wenngleich er mir etwas zu teuer erschien, der Criterion war preislich attraktiver, leider hingegen geschmacklich gar nicht meins. Heute kommen dann der Velier Principia, der Velier Destino und der Foursquare White aus der Habitation Velier Serie zur Verkostung. Und da mir der Triptych, wie eben gesagt, durchaus gut geschmeckt hat, wird er heute für den Principia und den Destino als Referenz herhalten. Heute also Velier-Foursquare only! Und wer nun stutzig geschaut hat: der White läuft selbstverständlich außerhalb der Konkurrenz der beiden lange gelagerten Rums. Ein direkter Vergleich ergäbe keinen Sinn und das wäre auch nicht fair. Dennoch empfinde ich ihn als spannend genug, ihn hier einmal zu betrachten und werde daher auch meine Eindrücke schildern. 

Nun aber möchte ich auch gar keine Zeit mehr verlieren und direkt zu den Rums kommen...



Velier "Principia" 2008/2017 - 62% vol.:

Der Principia wurde im Jahr 2008 bei Foursquare destilliert, dann drei Jahre lang in Ex-Bourbon Fässern und noch einmal sechs Jahre lang in Ex-Sherry Fässern gelagert. Somit reifte der Rum insgesamt neun volle Jahre und er tat dies auf Barbados, ist also tropisch gereift. Es ergab sich ein Angels Share von >43%. Der Alkoholgehalt beträgt 62% vol. Er ist in Europa derzeit noch auf dem sog. 1. Markt erhältlich, also direkt in diversen Shops. Hier werden zwischen 140 und 160 Euro aufgerufen, was nochmal ein deutlicher Anstieg zum Triptych von vor einem Jahr ist, der ca. 130 Euro gekostet hat. Ihr wisst, ich habe schon beim Preis des Triptych skeptisch geschaut und dementsprechend darf man auch die Preisvorstellung beim Principia, meines Erachtens, durchaus als ambitioniert bezeichnen. Immerhin 5400 Flaschen wurden abgefüllt. Das Sample stammt aus einer Flaschenteilung eines netten Mitglieds des "Rum Clubs". Vielen Dank für's Teilen!

Im Glas kommt der Rum in einem schönen, der tropischen Lagerung entsprechenden Bernstein daher. In der Nase kann mich der Principia zunächst dann sogar noch etwas mehr überzeugen als der Triptych. Letzterer braucht im Glas deutlich länger, während der Principia sehr schnell präsent ist. Das ungewöhnlich lange Finish macht sich beim Principia natürlich deutlich bemerkbar, unterstützt den Rum aber augenscheinlich, denn das gefällt mir hier schon wirklich gut. 
Am Gaumen ist der Rum dann trockener als ich ihn angesichts des Sherry-Finish erwartet hatte (und wie süß Sherry tatsächlich sein kann, stellte ich ja anfangs des Monats erst bei einem Tasting dreier sehr alter Sherrys fest) und er zeigt sich auch durchaus reifer, als ich das bei einem 9 YO vermutet hätte, denn es kommt sehr viel trockenes Holz durch. Gar nicht negativ, allerdings für meinen Geschmack sehr eindimensional. Irgendwie fehlt mir da einfach was. Komplexität und Vielschichtigkeit gehen ihm leider ab. Schade. Nach der Nase hatte ich da mehr erwartet. Der Alkohol, das möchte ich positiv festhalten, ist sehr gut eingebunden.
Im Finish kommt dann eben jenes vom Sherry wieder durch, denn ich habe die Nussmischung vom Studentenfutter sehr präsent. Dahinter dann eine deutliche Bitterkeit. 


Velier "Destino" 2003/2017 - 61% vol.: 

Der Destino ist der älteste Rum des heutigen RUMbles. Er reifte von 2003 bis 2015 in Ex-Madeira Fässern und anschließend noch zwei Jahre bis 2017 in sehr alten Ex-Rum Fässern. Auch der Destino reifte zu 100% auf Barbados in den Tropen. Er kommt mit 61% vol. daher. Leider ist nicht bekannt, wie hoch der Anteil der Engel gewesen ist. Der Destino wurde von Richard Seale zum 70th Anniversary Veliers abgefüllt und das Logo zieren daher auch genau 70 kleine bunte Tropfen. Es gibt ihn inzwischen leider nur noch auf dem sog. 2. Markt, d.h. über private Anbieter oder Shops, die sich auf Raritäten spezialisiert haben, da er im regulären Handel sehr schnell vergriffen war. Für ihn muss man mit mindestens 300 Euro rechnen, eher mehr. Hier wurden auch nur insgesamt 500 Flaschen abgefüllt, das heißt potente Sammler sind hier die primäre Zielgruppe. Mein Sample bekam ich von einem sehr netten Rum-Buddy aus Berlin. Auch dir einen herzlichen Dank dafür! 

Wie schon der Principia, überzeugt auch der Destino optisch durch einen klasse Bernsteinton! Er ist noch etwas dunkler als der Principia, allerdings reifte er ja auch fünf Jahre länger. 
In der Nase gefällt er mir sofort nochmal klar besser als der Principia! Er ist voller, reifer, komplexer und er wirkt im Vergleich nochmal deutlich hochwertiger. Das gilt auch für den Vergleich mit dem Triptych, den ich hier im direkten Vergleich am schwächsten sehe. Das Madeira Cask Aging prägt natürlich auch hier im Vergleich zu gewöhnlicher Ex-Bourbon Reifung den Rum und passt gut. 
Am Gaumen erlebe ich den Destino dann vollmundig, allerdings so ganz anders als z.B. den Principia. Das Profil ist hier ein ganz anderes als das aus 2008. Der Rum hat Klasse! Ich erkenne hier durchaus frühere 2003er Foursquare wieder, allerdings erlebe ich diesen hier wesentlich besser als andere vorherige. Da steckt wesentlich mehr Komplexität drin und auch Fruchtigkeit, die dem Principia z.B. leider auch fehlt. Der Alkohol ist beim Destino ebenso gut eingebunden wie beim Principia, er macht sich nicht negativ brennend bemerkbar.
Im Finish dann eine erstaunliche Parallele zum Principia, hier bleibt nämlich wieder vor allem Holz. Aber eben auch hier nicht im Sinne eines Tannine-Einschlags, sondern trockenes, gut gelagertes Holz. Sehr leckerer Rum!



Habitation Velier "White" 2015 - 59% vol.: 

Der White Rum ist streng genommen gar keiner, denn er hat sowohl ein Fass von innen gesehen, als auch darin schon etwas Farbe bekommen. Aber die Lagerzeit betrug hier nur wenige Monate im Jahr 2015, so dass die Charakteristik klar die eines rauen Ur-Produkts mit 100% Brennereicharakter ist! Die geringe Lagerzeit kam zustande, da Richard Seale Luca Gargano den Wunsch abgeschlagen haben soll, einen vollkommen ungelagerten Rum auf die Flasche zu bringen. Die wenigen Monate wären somit ein Kompromiss. Abgefüllt wurde der Rum mit 59% vol. Vom White existieren meines Wissens nach nur 400 Flaschen, was für die Habitation Velier Reihe schon sehr wenig ist und weswegen es auch ihn  nur noch auf dem sog. 2. Markt gibt. Der White stand zuletzt bei 70-80 Euro! Nochmal zur Erinnerung: wir reden über einen nahezu ungelagerten Rum! Verrückt! Abermals stammt das Sample, aber auch das Bild der Flasche, aus Berlin. Vielen Dank!

Dass der White im Vergleich zu den beiden anderen vollkommen aus der Rolle fällt war klar und deshalb bewegt er sich hier ja heute auch außer Konkurrenz. Zurecht, wie ich innerhalb von Bruchteilen von Sekunden feststellen muss, denn dieser reine Pot Still Rum ist mal so ganz anders als es seine Brüder sind. Hier ist Feuer in da House und in einem Blind Tasting könnte man den auch durchaus als gemäßigten Jamaicaner verordnen. Somit ist klar, dass wir es hier durchaus mit einem für Foursquare ungewöhnlichen Rum zu tun haben. 
In der Nase habe ich klare Ester und Anflüge von gebackener Banane und Ananas. Das ist eindeutig kein Hampden, aber ein ganz junger Worthy Park könnte es durchaus sein! Ich lege mich auch darauf fest, dass ich das blind getippt hätte! 
Am Gaumen fällt der Rum dann, gemessen an purem Vergnügen, natürlich ab, aber auch hier zeigt er deutlich sein Potenzial. Und damit meine ich vor allem, dass ich von Foursquare sehr gerne mal einen länger gelagerten reinen Pot Still Rum sähe! Das wäre sicherlich spannend und eine klare Bereicherung für deren Portfolio! Den White kann man durchaus auch pur trinken, aber in meinen Augen bietet er zu wenig Argumente dafür das zu tun, zu gut sind so viele andere Rums in meinem Bestand, die eine jahrelange Fassreifung hinter sich haben. Worauf ich aber ganz spontan Bock hätte bei diesem hier ist ein Daiquiri! Wer weiß, vielleicht probiere ich das in den nächsten Tagen mal aus. ;-) 

Fazit: 

Meinen heutigen Ausflug nach Foursquare empfand ich als sehr viel angenehmer als den ersten von vor ca. einem Jahr! Da mir zwei von drei Rums damals überhaupt nicht zusagten, war das seiner Zeit, vom Triptych abgesehen, doch ein ziemlicher Reinfall. Den klassischen Verlierer gab es im Vergleich dazu heute hingegen überhaupt nicht. Keinen der heute verkosteten Rums empfand ich als schlecht! Mir gefiel der Destino sowohl in der Nase als auch am Gaumen von den drei länger gelagerten am besten. In der Nase konnten sowohl der Principia, als auch sogar der White, den Triptych abhängen. Am Gaumen dann schlug der Triptych wiederum den Principia und natürlich auch den White. Hier hatte letzterer keine Chance, aber er fällt ja auch aus der Wertung. Nichts desto trotz hat mich der White dahingehend überzeugt, ihn die Tage mal zu vermixen. Ich glaube, der kann was! Nur: selbst wenn, so ist er leider viel zu teuer, weswegen eine ganze Flasche für mich nicht in Frage käme. Das trifft leider aber auch auf Destino und Principia zu, da mir hier für das aufgerufene Geld zu wenig Action geboten wird. Für den Destino gilt das, ob seines Sammlerpreises, natürlich noch einmal im Besonderen, trotz dessen, dass er im direkten Vergleich klar als Sieger der drei Rums hervorgegangen ist.



Und da bin ich dann auch schon bei, für mich, DEM Thema bei Foursquare, denn ich habe nach wie vor das Problem mit Foursquare, dass mir deren Rums zu wenig aus dem Durchschnitt ausbrechen. Dort bleiben sie für mich zumeist verhaftet, wenn auch auf unbestritten ganz, ganz hohem Niveau! Das reicht für mich aber nicht, um die aufgerufenen Preise in dieser Weise zu rechtfertigen. Für das Geld was die Foursquare von Velier kosten erwarte ich noch immer deutlich mehr als ich bekomme. Allerdings gibt es, auch wenn das eben ziemlich abwertend klang, doch auch eine eindeutig positive Aussicht. Denn in genau dem von mir beschriebenen Durchschnitt auf hohem Niveau liegt ironischerweise auch eine Chance, etwas, das die Rums in meinen Augen tatsächlich auszeichnet, weil sie damit eine Nische besetzen, die ich bisher deutlich zu unterrepräsentiert finde! Denn auf hohem Niveau anspruchslos sind nur ganz wenige Rums, wie ich finde. Und nochmal, nein, da steckt tatsächlich keine Häme drin, ich meine das ganz ernst. Entweder, einem Rum fehlen Anspruch UND Niveau, oder aber sie haben beides. Ich kenne kaum einen Rum, der anspruchslos wie ein 20-30 Euro Rum ist, aber die Qualität eines 70 Euro Rums hat. Die Velier Foursquare hingegen könnten das (kosten nur eben nicht das)! Schon beim Triptych war ich der Meinung, dass das ein perfekter Begleiter zu einem gepflegten Barbecue wäre: hochwertig, ungesüßt und unbearbeitet, lecker und überhaupt nicht fordernd. Ich könnte ihn nebenher trinken, ohne dass er die Aufmerksamkeit gegenüber meinen Gästen auf sich lenken würde, denn weder müsste ich mich besonders auf ihn konzentrieren, noch würde mich fehlende Qualität stören, so wie es bei vielen anderen günstigeren Rums zu solchen Anlässen der Fall wäre. Und für meine Gäste würde natürlich das gleiche gelten. Den könnte ich auf den Tisch stellen, ohne, dass danach der Rum das Gesprächsthema des Abends wäre, sondern der würde einfach nur getrunken werden und den Leuten schmecken. Aber da waren wir eben dann auch schon beim Stolperstein, dem Preis. Der passt nicht in die ansonsten perfekte Szenerie. Dass Foursquare gute Preise grundsätzlich aber machen kann, beweisen die Originalabfüllungen für jeweils +/- 70 Euro! Das ist ein Preis, den ich für die heute verkosteten Rums gerne ausgeben würde und dann auch nicht nur eine Flasche holen würde. Es geht also! Leider können mir diese wiederum aber nicht den tollen Geschmack der Rums bieten, die bisher für Velier abgefüllt wurden. Womit das zu tun hat ist für mich leider nicht offensichtlich. Da alles aus einem Haus kommt würde ich erstmal von Zufall ausgehen, allerdings häufen sich diese Zufälle inzwischen. Über eine stichhaltige Erklärung dazu, warum das so ist oder vielleicht sogar, warum es gar nicht anders sein könnte, würde ich mich sehr freuen, aber im Grunde glaube ich nicht, dass es nicht funktionieren kann! Bis dahin hoffe ich also darauf, dass wir einen solch tollen Foursquare wie wir sie bisher von Velier sahen auch bald einmal als Originalabfüllung bekommen. Und, Stichwort Habitation Velier FS White, der dürfte dann auch gerne mal rein aus der Pot Still kommen! Da wiederum, und da schließt sich der Kreis, sehe ich nämlich sogar das Potenzial für Rums, die dann auch das kosten dürften und die Preise vielleicht rechtfertigen könnten, die heute noch für die "Barbeque Foursquare" aufgerufen werden. Das wäre dann eine ganz andere Hausnummer! Diese Meinung vertrete ich in dieser Form schon seit dem Triptych und sie hat sich heute und mit diesem Tasting noch einmal verfestigt. Dennoch oder gerade deshalb hatte ich bei dem Tasting heute ganz viel Spaß und wünsche euch noch eine schöne Woche!

Bis demnächst,
Flo

Sonntag, 13. Mai 2018

Velier Heavy Trinidad Rum 23 YO Caroni 1994 - 59% vol.

Liebe Rum Gemeinde,

letzte Woche habe ich euch hier meine Eindrücke vom Velier Caroni 18 YO Full Proof aus 1994 geschildert und ich bin dabei auch auf den im letzten Jahr erschienenen 23 jährigen 100° Proof (der mit dem gelben Label) aus dem gleichen Jahr eingegangen. Diesen wiederum hatte ich im letzten Sommer, als er heraus kam, schon einmal hier besprochen und er kam dabei nicht besonders gut weg. Dieser Eindruck hat sich bei mir inzwischen dahingehend korrigiert, als dass ich ihn inzwischen wirklich gerne trinke! Auch das hatte ich letzten Sonntag in diesem Zusammenhang klar gestellt.

Nun war da ja aber immer noch ein Rum offen, nämlich der 23 YO Full Proof (orangenes Label), zu dem ich im Sommer 2017 die Prognose wagte, dass er den 100° Proof auf Grund der fehlenden Verdünnung und einer damit verbundenen weniger ausgeprägten Bitterkeit noch einmal toppen könnte, denn die Verdünnung löst ja auch Bitterstoffe im Rum. Ob dem so ist? Schauen wir mal!

Doch zunächst kurz noch etwas Gossip zur Abfüllung selbst: der Rum erschien als insgesamt 37th Release der Velier Caroni Reihe im Herbst 2017. Das Flaschenlabel entspricht nahezu 1:1 dem der 100° Proof Variante (Orange statt Gelb). Mit 59% vol. weist dieser Full Proof gerade einmal einen Alkoholgehalt von knapp 2% vol. mehr auf als der 100° Proof. Die größeren Unterschiede finden sich, zumindest auf dem Papier, erst einmal bei den äußeren Werten. Die Full Proof-Variante kommt nämlich, für Velier untypisch, in einer glasklaren Flasche daher, welche mundgeblasen sein soll. Die Versiegelung am Korken ist ebenfalls untypisch, denn hier hat man auf ein auffälliges Wachssiegel gesetzt, im gleichen Orange wie das Flaschenlabel selbst. Der Rum ist auf gerade einmal 600 Flaschen limitiert, wodurch er eine der rarsten Abfüllungen der regulären Releases ist. Und da sind wir dann auch schon beim Eingemachten: der Rum war kurzzeitig für einen vollkommen abgehobenen Preis von ca. 420 (!!) Euro im regulären Handel erhältlich, allerdings nach sehr kurzer Zeit (Minuten/Stunden) ausverkauft. Im Secondary kostete er dann zum Teil 1,2k! Wahnsinn! Vollkommen verrückt! Wer bis hierhin noch irgendie nicht mitbekommen haben sollte, was bei Caroni gerade los ist, der dürfte spätestens gerade eben aufgewacht sein.
Höchste Zeit also, dass es hier wieder um den Rum selbst und seinen inhaltlichen Wert geht! Glücklicherweise kann ich das herausfinden, denn der Micha hat ein Sample dieses Tropfens organisiert und so konnte ihn in Köln mit ihm zusammen probieren und anschließend, für dieses Review, auch nochmal privat. Vielen Dank dafür!


Verkostung des Velier 23 YO Caroni 1994:

Preis: schon der Ausgabepreis dieses Tropfens lag bei opulenten 420 Euro. Dafür hatte jedoch kaum jemand eine Chance diesen Rum zu erstehen, da er, wenn er irgendwo auftauchte, nach nur wenigen Minuten vergriffen war. Wer trotzdem eine Flasche haben wollte, für den blieb nur der Sekundärmarkt. Dort wird er bei z.B. ebay für 700 Euro und mehr angeboten. 

Alter: der Rum ist 23 Jahre alt und reifte von 1994 bis 2017 im Fass.

Lagerung: die Reifung fand von 1994 bis 2008 auf Trinidad statt, anschließend lag der Rum bis 2017 noch bei DDL in Guyana.


Fassnummern: die Fassnummern der Fässer sind leider nicht bekannt. Insgesamt wurden aber nur 600 Flaschen abgefüllt. 

Angel's Share: > 85%

Alkoholstärke: Full Proof. 59% vol. bringt der Rum letztlich noch mit. 

Destillationsverfahren: unbekannt.

Mark: HTR

Farbe: ein sehr gesetztes, alt-ehrwürdiges braun.  

Viskosität: der Rum beißt sich an der Glas regelrecht fest. Es verweilen viele, versprenkelte kleine Tropfen.

Nase: sehr, sehr schweres und lange und intensiv gereiftes Destillat! Nichts für jeden Tag! Ein Rum, der Zeit braucht, der im Alleingang einen ganzen Abend füllen kann, wenn man ihn lässt. Großartig!  Der Rum braucht einige Zeit bis er sich öffnet, aber dann gibt er auch richtig Gas. Obwohl sehr, sehr komplex strengt er nicht wirklich an. Das ist einfach sehr entspannt und reiner Genuss! Der Brennereicharakter von Caroni tritt noch weiter zurück als bei allen anderen 94ern, die ich bisher im Glas hatte. Das ist hier wirklich ein bis zur Vollendung gereifter Rum! Viele, viele Tannine bietet das Bouquet, aber auch geräucherten Schinken, eine leicht medizinische Komponente und letztlich auch Petroleum, brennende Reifen und den begehrten Fahrradschlauch. Aber das muss man schon fast vorher wissen. Alles in allem macht es aber vor allem Spaß, sich an dieser Nase satt zu schnüffeln. Wirklich außergewöhnlich! 

Gaumen: ich habe ein kurzes und auch nur ganz leichtes Britzeln zu Beginn, bevor sich der Rum dann auch sogleich schmeichelnd und umgarnend auf die Zunge legt. Wow! Anders als in der Nase sind die Caroni-typischen Aromen am Gaumen sofort präsent, so dass kein Zweifel daran besteht, dass hier gerade ein Heavy Type Caroni am Start ist! Eine für diese Rums typische leichte, angenehme natürliche Süße läutet dieses Feuerwerk am Gaumen ein. Der Caroni ist super ölig-cremig, unfassbar komplex, facettenreich, schwer und komplett. Lecker! Die Fassreife zeigt sich wahrlich formvollendet. Ausgewogene Tannine, Leder und frisch geschnittenes Holz erzeugen eine leichte Bitterkeit, die einfach zu diesem Rum passt und die dieser auch mit in den Abgang nimmt. 

Abgang: die leichte Bitterkeit bleibt lange am Gaumen haften. Trocken.

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Fazit: eine Bombe! Der Full Proof ist letzten Endes sehr ähnlich zum weitaus besser verfügbaren und auch sehr viel günstigeren 100° Proof. Wer sich nun wiederum an mein Review aus dem Sommer erinnert, in dem ich diesem Rum noch eher weniger offen gegenüberstand, der wird sich angesichts meiner heutigen Worte eventuell wundern, aber im Review zum 18 YO Full Proof Caroni aus 1994 erklärte ich ja bereits, dass ich nach einigen Verkostungen wirklich zu einem Fan dieses Stils geworden bin und sich meine Meinung hier sehr gewandelt hat. So beurteile ich den 23 YO FP heute also nicht auf der Basis eines Rums, der mich wenig überzeugte, sondern inzwischen auf der Basis eines Rums, der mich absolut begeistert. Und daher kann die Frage also nur lauten: ist der Full Proof noch einmal so viel besser, als dass er den enormen Aufpreis zum 100° Proof auch nur ansatzweise rechtfertigt? Hier muss ich aber kurz und bündig mit einem klaren Nein antworten. Wie soll das auch gehen? Der 100° Proof hat die Messlatte sehr hoch gelegt, und selbst der Ausgabepreis des Full Proof lag noch einmal ca. 150 Euro über diesem. Vom aktuellen Marktwert gar nicht zu sprechen... Das sind preisliche Dimensionen, die vollkommen absurd anmuten, die bei Caroni/Velier aber leider zur ernüchternden Realität geworden sind. Vor allem aber sind diese Preise nicht mehr mit geschmacklichen Mehrwerten in Relation zu bringen. Daher ist der 23 YO Full Proof 1994 zwar ein Caroni, den ich jedem empfehlen kann einmal zu probieren, aber eben nicht zu kaufen. Der 100° Proof bietet nicht so viel weniger und trotz dessen, dass auch der enorm viel Geld kostet, ist er zumindest noch einigermaßen erschwinglich. Beobachtet man den Caroni-Markt, so sollte klar sein, dass sich aber auch das sehr schnell ändern könnte.

Bis demnächst,
Flo

Donnerstag, 10. Mai 2018

Bodegas Toro Albalá: Pedro Ximénez 1931, 1946 & 1958

Liebe Rum Gemeinde,

ich habe meinen Tellerrand heute einmal darum gebeten ihn kurzfristig verlassen zu dürfen und er hat dieser Bitte zu meiner großen Freude entsprochen: daher werden hier heute drei alte PX-Sherrys von Bodegas Toro Albalá aus drei verschiedenen Jahrgängen zur Verkostung kommen: aus 1931 (84 YO), aus 1946 (65 YO) und aus 1958 (59 YO)!



Nun möchte ich gleich zu Beginn klar stellen, dass bisherige Erfahrungen mit Wein im Allgemeinen, mit Sherry im Speziellen und mit Pedro Ximénez im Besonderen bei mir nicht gegeben sind. Ich kann hier also wirklich auf keinerlei Expertise verweisen und vor diesem Hintergrund ist alles was ich zu den dreien von mir gebe bitte auch einzuordnen. Weder werde ich Kaufempfehlungen aussprechen (können), noch werde ich die Sherrys in irgendeiner Weise einordnen (können). Hier wird es heute um drei zweifelsohne besondere Tropfen aus der Perspektive eines Rum-Nerds gehen und zwar ausschließlich aus dieser Perspektive. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.  Wer als Sherry-Fan nach diesen Weinen via google gesucht hat und nun bei mir gelandet sein sollte: vergesst bitte entweder alles was ich schreibe oder genießt, wenn ihr könnt, den unerwarteten Perspektivwechsel. Aber nehmt das hier keinesfalls als für euch relevante Kritik wahr.


Die Reise beginnt:

Wie aber bin ich denn jetzt überhaupt auf die drei Sherrys gekommen? Dazu muss ich nur ganz kurz zurückblicken, nämlich auf die Cologne Spirits im März. Dazu hatte ich in meinem Messebericht ja auch von einem alten Sherry berichtet. Dieser wanderte ganz konspirativ und schneller als ich schauen konnte in mein Glas und hatte mich wirklich umgehauen! Der edle Spender darf sich an dieser Stelle noch einmal meines tief empfundenen Dankes sicher sein. :-) 
Kurz nach der Messe bot dann die Eva aus dem Rum Club drei Sherrys, nämlich die heutigen drei, als Flaschenteilung an und einer davon war eben jener 58er von der Messe. Logisch, dass mein Interesse geweckt war. Da Interesse allein aber noch kein Know How erzeugt, musste ich mich erst einmal auf die Suche nach Informationen zu dem guten Stoff begeben und glücklicherweise wurde ich auch fündig.



Alle drei Sherrys stammen aus der Bodega Toro Albalá. Deren Geschichte wiederum reicht zurück bis ins Jahr 1844, in dem sie vom Urgroßvater des heutigen Besitzers, Antonio Sanchez, gegründet wurde. Es handelt sich hierbei also um ein beeindruckend geschichtsträchtiges Familienunternehmen. Der Firmensitz befindet sich seit 1922 in Aguilar de la Frontera, einer kleinen Stadt in der traditionellen Weinbauregion Montilla-Moriles, welche wiederum den Status einer sog. Denominación de Origen aufweist. Das bedeutet, dass es sich dabei um eine besonders geschützte Herkunftsregion handelt, ähnlich der Appellation d'Origine Contrôlée (AOC) in Frankreich und der Schweiz. Auf den Anbau der Rebsorte Pedro Ximénez ist man dort seit jeher spezialisiert und Toro Albalá ist bis heute eines der ganz wenigen Weingüter, die Jahrgangs-PX herstellen. Die dort gelagerten Jahrgangsweine reichen oft viele Jahrzehnte zurück, wie auch die heute vorgestellten drei Weine belegen.
Doch was genau ist eigentlich (PX-)Sherry, bzw. wie wird er gemacht? Die Kurzfassung: Sherry, dessen Name und Aussprache zwar an die englische Kirsche (Cherry) erinnert, letztlich aber auf den Ort Jerez de la Frontera zurückgeht und mit Kirschen nichts zu tun hat, ist ein sog. verstärkter spanischer Weißwein. Pedro Ximénez wiederum ist eine spanische Weißweinsorte aus Trauben, deren Zuckerwerte sehr hoch sind. Nach der Lese (Traubenernte) werden die Trauben beim PX nicht sofort gekeltert, sondern zehn Tage lang auf dafür vorgesehenen Bastatten getrocknet und anschließend gepresst. Der sog. Grundwein weist nun einen Alkoholgehalt von maximal 5 % vol. auf, besitzt aber einen hohen Fruchtzuckergehalt. Wie aber kommt der fertige Sherry dann auf einen Alkoholgehalt von ca. 17% vol.? Dies hat mit der eben erwähnten "Verstärkung" des Weines zu tun, denn vor der langen Reife im Eichenfass wird der Grundwein mit edlem Weindestillat auf ca. 17% vol. angereichert. Seine dunkle  Farbe erhält der PX dann im Eichenfass.

Und nach diesem kurzen "Crashkurs" würde ich sagen, kann es dann auch schon direkt losgehen!


Verkostung der drei Toro Albalá Pedro Ximénez Sherry:


Bodegas Toro Albalá Pedro Ximénez 1931: 

Kurze Fakten:

Jahrgang: 1931
Abfüllung: 2015
Alter: 84 Jahre
Produzent: Toro Albalá
Traubensorte(n): Pedro Ximénez
Alkoholgehalt: 18% vol.
Parker-Punkte: 98/100


Nase: Sehr schwere, alte, ehrwürdige Nase! Wow! Sehr dicht, sehr komplex. Keinerlei alkoholische Hinweise. Mein erster Eindruck vom Bouquet, wie auch schon auf der Messe beim 1958er, ist Studentenfutter, was vor allem an der Rosine liegt! Ansonsten habe ich, nicht nur optisch, Ähnlichkeiten zu Balsamico, sowie Gedanken an Gartenkräuter. 

Gaumen: Erste Assoziation ist Sirup. Ganz schwer, fett, ölig, vollmundig und süß legt sich der Sherry auf die Zunge. Ich denke hier wieder an die Rosine! Und wieder fehlen auch alkoholische Hinweise gänzlich. Dann folgt ein medizinischer Einschlag. Der Sherry regt den Speichelfluss enorm an und schmeckt einfach lecker. Mir fällt es schwer, das zu beschreiben.

Finish: bitter-süßer, trockener Nachhall.


Bodegas Toro Albalá Pedro Ximénez 1946: 

Kurze Fakten:

Jahrgang: 1946
Abfüllung: 2011
Alter: 65 Jahre
Produzent: Toro Albalá
Traubensorte(n): Pedro Ximénez
Alkoholgehalt: 17% vol.
Parker-Punkte: 100/100


Nase: Hui, eine ganz andere Nase! Klar, wieder unglaublich komplex, dunkel, schwer und dicht, aber ich habe einen deutlich säuerlicheren Eindruck, weswegen Balsamico hier noch wesentlich präsenter ist. Die Süße dagegen ist deutlich dezenter. Aber auch hier kommt die Rosine letztlich voll durch. Allerdings nicht nur die, sondern auch u.a. Pflaume, sowie eine leichte Würze. Die lange Lagerung im Fass ist dem Sherry durchaus anzumerken, allerdings ausschließlich positiv.

Gaumen: Wieder ist da diese Sirup-Assoziation. Wie schon den 1931er, empfinde ich den Sherry als sehr fett, schwer, ölig und vollmundig. Dazu aber komplexer. Ich habe einen kurzen medizinischen Touch zu Beginn, dann aber Rosine und Trockenfrucht satt. Dazu Bitterschokolade. Schöne, ausgewogene Süße. Wie schon beim 1931er wird der Speichelfluss enorm angeregt. Dann ist da so etwas brotartiges, was insofern unerwartet ist, als dass ich sowas beim Rum z.B. glaube ich noch nie hatte. Alkoholische Einflüsse oder auch nur Hinweise nehme ich erneut nicht wahr. 

Finish: süß-säuerlicher, trockener Nachklang.


Bodegas Toro Albalá Pedro Ximénez 1958: 

Kurze Fakten:

Jahrgang: 1958
Abfüllung: 2017
Alter: 59 Jahre
Produzent: Toro Albalá
Traubensorte(n): Pedro Ximénez
Alkoholgehalt: 17,5% vol.
Parker-Punkte: 98/100


Nase: Und nochmal wieder was ganz anderes! Diese Nase ist die herbste der drei Sherrys. Sie ist kräutriger und würziger als die der beiden anderen und im Vergleich ist Studentenfutter hier auch am komplettesten, denn ich habe auch die Nussmischung noch viel klarer dabei als bei den anderen. Ansonsten präsentiert sich aber auch diese Nase, wie die der beiden anderen, sehr, sehr dicht, verwoben, konzentriert und ohne alkoholische Anklänge. 

Gaumen: Erneute sirupartige, schwere, ölige, zähflüssige und vollmundige Anmutung. Der Sherry steht im Vergleich zu den beiden anderen aber auf der herben Seite. Herb-bitter-süßes Bouquet. Nach der bitteren Note zu Beginn, dann deutliche Medizin in Kombination mit Studentenfutter. Wieder angeregter Speichelfluss. Hier kommt nun noch Kräuterlikör dazu. 

Finish: herb-bitterer, trockener Abgang. 



Fazit:
Sooo, das waren sie, die drei PX von Bodegas Toro Albalá aus der Sicht eines Rum Aficionado! Was, wenig überraschend, natürlich festzuhalten ist, ist, dass echte Vergleiche zum Rum einfach nicht möglich sind. Während Zuckergehälter, und hohe Zuckergehälter noch dazu, im Rum unter Nerds weitestgehend verpönt sind, so sind sie beim Sherry willkommen und passend. Und wo Rum gerne mal einen Alkoholgehalt von 50, 60 oder gar 70% vol. aufweist, kommt ein Sherry mit schlanken 17-18% vol. um die Ecke. Wenn der Alkohol in einem Rum ganz besonders gut eingebunden ist, dann spricht man schon mal davon, ihn, ob seiner Milde, "so wegtrinken" zu können. Tatsächlich mag es Menschen geben, die das bei hochprozentigem Rum auch wirklich können, allerdings ich kann das nicht und das muss auch nicht sein. Dafür ist Rum meines Erachtens auch nicht ausgelegt. Hier beim Sherry hingegen wäre das mehr als nur eine Floskel, hier ginge das wirklich. Ich habe mich im Review auch bemüht, das durch meine Formulierung sehr deutlich zu machen, wenn ich davon spreche, dass den Tropfen sämtliche "alkoholische Hinweise" abgehen: das war zu 100% so gemeint! Es mag meiner Gewöhnung an fassstarke Rums geschuldet sein, aber hätte ich nicht gewusst, dass Alkohol enthalten ist, ich hätte ihn nicht bemerkt. Er ist, für mich, unsichtbar! Und schließlich: auch eine vergleichbare Instanz zu Robert Parker, dessen Bewertung in der Weinwelt eine beispiellose Gewichtung und Beachtung genießt, gibt es in der Rumwelt in dieser Form noch nicht. Die von mir heute verkosteten Sherry erhielten jeweils Top-Bewertungen, einer gar die Höchstpunktzahl von 100 Punkten!
Doch nun ans "Eingemachte": was kann ich inhaltlich zu den drei Pedro Ximénez resümieren? Habe ich einen Favoriten und wenn ja, welcher wäre das? Hier möchte ich zunächst vor allem einmal festhalten, dass es für mich ein unglaubliches Erlebnis und eine unheimlich spannende Erfahrung war, drei solch außergewöhnliche und vor allem außergewöhnlich alte Sherrys zu verkosten! Dafür möchte ich auch und gerade der Eva sehr herzlich Danken, dass sie das möglich gemacht hat! Nun fehlen mir natürlich die Vergleiche zu gewöhnlichen Produkten mit moderateren Preisen, daher kann ich nicht beurteilen, wie weit diese von denen entfernt sind, aber was ich sagen kann ist, dass mich die drei PX vollkommen überzeugt haben! Das wiederum weckt in mir die Bereitschaft, da durchaus auch nochmal an der Basis vorbeizuschauen und zu gucken, wie es dort um die Qualitäten bestellt ist. 
Am besten von den dreien haben mir der 1931er und der 1946er, jeder auf seine Weise, gefallen. Die beiden haben sich, nebeneinander verkostet, toll ergänzt und waren meines Erachtens zu unterschiedlich, um den einen nun über den anderen zu heben. Während der 31er etwas süßer daher kam, war der 46er etwas ballancierter und vielleicht auch kompletter, da der Säureanteil etwas  höher war. Der 1958er wiederum fiel im Vergleich zu den beiden etwas ab und belegt umso deutlicher daher den dritten Platz. Dieser stand schon sehr auf der bitteren und herben Seite, was mir nicht so gut gefiel. Die Probe in Köln hatte ich auch etwas anders in Erinnerung. Eventuell gab es hier unterschiedliche Chargen. Bei meinen Recherchen zu diesem Artikel war ich über derlei Vermutungen einiger auch gestolpert. 
Recherchen sind dann letztlich auch das Stichwort, denn selbstverständlich waren solche für diesen Artikel besonders unabdingbar, da ich, anders als beim Rum, über keinerlei Kenntnisschatz beim Sherry verfüge. Auf diese Weise kam ich dann auch theoretisch etwas ins Thema, was ich sehr spannend fand. Wein ist ein wahnsinnig großes Feld mit einem ganz eigenen Universum, und zukünftige Ausflüge über den Tellerrand möchte ich gerne wieder unternehmen! Und ein letztes Bedürfnis ist es mir, meine Quellen zu diesem Artikel noch offen zu legen, auch, falls sich jemand noch weiter in die Materie einlesen möchte: 


Quellenverweise:

https://auktion.catawiki.de/kavels/18190423-1958-toro-albala-don-px-convento-1-bottle-in-original-box
https://www.carlosvinos.de/Sherry/Toro-Albal-DON-P-X-Convento-Selecci-n-1931-PX.html
http://www.cielo-del-vino.de/spanische-weine/montilla-moriles/toro-albala/toro-albala-don-px-convento-seleccion-1946.html
https://www.secli-weinwelt.ch/shop/pdf/don-px-convento-seleccion_00008261
https://www.sherrynotes.com/2014/reviews/pedro-ximenez/don-px-convento-1946-toro-albala/
https://de.wikipedia.org/wiki/D.O.
https://de.wikipedia.org/wiki/Montilla-Moriles
https://de.wikipedia.org/wiki/Parker-Punkte
https://de.wikipedia.org/wiki/Pedro_Xim%C3%A9nez
https://de.wikipedia.org/wiki/Sherry





Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug in die Welt der PX-Sherrys von Bodegas Toro Albalá gefallen und ich freue mich, euch demnächst dann auch wieder, wie gewohnt, den nächsten Rum vorzustellen!

Bis dahin,
Flo